Donnerstag, 24. Mai 2018

#37 – Digital Nomad 2 – Und es gibt kein Warum

Seit 18 Tagen nun bin ich wieder als Digitalnomadin in Europa unterwegs. Letztes Jahr um diese Zeit war ich in Batz-sur-Mer. Aktuell lasse ich mich von der mediterranen Sonne liebkosen und arbeite mich die spanische Küste vor. Meine Koordinaten lauten 36°46’30.0″N 4°11’02.1″W.

Partner in Crime @ Cabo de Gata: Skoda Roomster mit seinen chicen neuen Leichtmetallrädern Graphite TY aus dem Hause DEZENT

Ich bin am Sonntag, 06. Mai aufgebrochen und versuche mir selbst seither auch die Frage zu beantworten, warum ich das mache. Ich habe noch keine Antwort drauf gefunden und vielleicht braucht es diese auch nicht. Denn irgendwie ist eh alles anders auf meiner Reise durch Europa 2018. Mein Mindset ist ein anderes, ich bin aus einem für mich neuem Setting raus gestartet. Die letzten acht Monate waren voller Umbrüche, Entscheidungen und Dynamik. Viele Fragen haben in diesem Dreivierteljahr eine Antwort bekommen und ich bin in einem recht aufgeräumten Zustand losgefahren. Vielleicht ist es deswegen auch nicht nötig, das Warum zu beantworten, weil es kein Warum gibt.

Es ist jedenfalls wieder schön, aus der Komfortzone draußen zu sein. Das einfache Leben zu genießen – im Draußen. Weil Drinnen gibt es für mich nicht. Ich reise nicht im Wohnmobil und auch nicht mit Wohnwagen. Und Multivan habe ich auch keinen. Auch auf diesem Abenteuer begleitet mich mein Skoda Roomster, der in Kürze die 100.000 Kilometer Marke knacken wird.
Ich habe diesen Blogbeitrag bereits vor ein paar Tagen begonnen, als ich auf einem kleinen, recht sympathischen Campingplatz in Villajoyosa (La Vila Joiosa) saß, auf das Mittelmeer blickte und erlebte, wie sehr die Spanier ihre Telenovelas lieben. Seit das Paar am Stellplatz neben mir ankam, habe ich sie nicht mehr gesehen. Seit sie angekommen sind, haben sie keinen Blick auf das Meer geworfen oder eine Runde am Strand gedreht. Seit sie da waren lief der Fernseher. Und manchmal wurde die Telenovela von schallendem Gelächter überstimmt.

18 Tage / 6 Länder / 10 Campingplätze

Hinter mir liegen nun 3359,8 Kilometer. Dies ist bereits etwas mehr als ein Drittel davon, was ich letztes Jahr gesamt zurück gelegt habe. Ich glaube, ich werde gesamt möglichweise auf rund 12.000 Kilometer +/- kommen: Denn vor mir liegen noch knapp zehn Wochen und in meinem Kopf hat sich auch bereits eine Flause festgekrallt: verlängern.
Als nächstes geht es rucki-zucki weiter Richtung Portugal, wo ich Montag/Dienstag nächster Woche sein möchte. Von dort arbeite ich mich dann die Küste entlang hinauf in eine meiner absoluten Lieblingsstädte: Lissabon.

Meine bisherigen Highlights

  • Von Deutschland zu Fuß nach Österreich zu gehen. Ich wollte ein (veganes) Eis und habe an dessen Stelle eine Avocado, Vollkorngebäck und eine Packung Teigwaren gekauft.
  • In der Schweiz ins Radar zu fahren und nun nicht zu wissen, wie teuer die Strafe ausfallen wird.
  • Endlich wieder am Speiseplan: Pimientos de Padron.
  • Am Europatag (09. Mai) vier europäische Länder befahren zu haben.
  • Das erste Mal seit sehr langer Zeit wieder gelaufen zu sein. Ich habe mir vorgenommen mir nun öfters Zeit für einen Morgen- oder Abendlauf zu nehmen.
  • Der Austausch mit den Menschen, die mir bisher begegnet sind.

Meine bisherigen Downlights

  • Hier in Spanien zu sehen, wie viel Fläche der Landschaft von Folien und Gewächshäusern überdeckt ist. Es macht mich fassungslos und zeitgleich verdeutlicht es mir auch, dass der Umgang mit Lebensmitteln nicht mehr normal ist.
  • In der Schweiz ins Radar zu fahren und nun nicht zu wissen, wie teuer die Strafe ausfallen wird.
  • Nach wie vor so wenig als vegan gekennzeichnete Produkte vorzufinden.
  • Die Mautgebühren und Spritpreise in FL, CH und F.

Campingplätze | mehr Tops als Flops

Alpencamping | Biberwier (Tirol)
+ abseits gelegen, rundherum sind grüne Wiesen (im Winter dann Schipisten)
+ großzügige Waschräume auf zwei Etagen aufgeteilt
– Wenig bis kaum Infrastruktur
– Dauercamper

Park-Camping | Lindau am Bodensee (Deutschland)
+ direkt am See gelegen mit direktem Zugang
+ schöne Stellplätze
+ gute Ausflugsmöglichkeiten bzw. Bus nach Lindau fährt fast vor der Haustüre weg
+ Waschräume und WCs ausreichend vorhanden
+ kleiner Supermarkt mit frischem Gepäck und einem Querschnitt an allem, was Camper benötigen
+/- Fahrradverleih, leider aber nicht für stundenweise

Camping de la Plage | Treffort (Frankreich)
+ direkt an einem See (Lac de Monteynard) im Tal gelegen
+ klein und überschaubar
+ Frühstücksgebäck kann bei der Rezeption für den Folgetag bestellt werden
– Waschräume und WCs nur sehr limitiert, aber in der Nebensaison eher kein Problem

Camping Le Botanic | Fabrueges (Frankreich)
+ liebevoll gepflegte Anlage mit vielen unterschiedlichen Bäumen, die auf kleinen Tafeln erklärt sind
+ Stellplätze bieten Privatsphäre; generell sehr ruhige Umgebung
+ kleines Pool sowie Naturteich
+ Zu- und Abfahrt nur mit Code
+ Frühstücksgebäck kann bei der Rezeption für den Folgetag bestellt werden
+ abends hört man die Frösche quaken und die Grillen zirpen (Gute-Nacht-Musik)
+/- moderne Waschräume und WC’s, aber kein an sich geschlossener Raum, sondern nur eine überdachte Anlage; bei Regen und Kälte war es dann sehr ungemütlich
– Dusche kann nicht selbst eingestellt werden; das Wasser hört nach rund 15 Sekunden auf und man muss ständig drücken
– um an Infrastruktur zu kommen benötige man ein Auto oder Fahrrad, in Gehweite keine Infrastruktur

Camping Sitges | Sitges (Spanien)
+ Duschvergnügen durch und durch – das Wasser hört nicht nach 30 Sekunden auf, sondern erst wenn man es abdreht
+ Hygiene wird hier sehr groß geschrieben; laufend werden die Nassräume gereinigt
+ Fahrradverleih, auch stundenweise
+ kleiner Supermarkt
– Swimming-Pool war zwar vorhanden, aber ohne Wasser kein Schwimmvergnügen
– am Wochenende trudeln die ganzen Dauercamper ein (in großen Mengen)

Camping Malvarrosa de Corinto | Puerto de Sagunto (Spanien)
+ direkt am Strand gelegen (vorausgesetzt man ergattert einen „front row seat“)
+/- Supermarkt, aber abends kein frisches Gebäck
– Personal will (oder kann) nicht Englisch sprechen
– viele Dauercamper
– Waschräume und WCs zwar sauber, aber aus den 1960er-Jahren

Anmerkung: Hier hat man mich erst auf einen Stellplatz verwiesen, der im Übersichtsplan nicht ein mal eine Nummer hatte. Ein schattiges Loch. Auf Nachfrage – dieses Mal war eine andere Dame an der Rezeption – habe ich dann Platz 147A bekommen. Der war sehr super!

Camping Pepe | Villajoyosa (Spanien)
+ sympathischer kleiner Campingplatz (auf den zweiten Blick)
+ direkter / eigener Strandzugang
+ Waschräume und WCs neu und sehr ordentlich
+ Hygiene wird auch hier ernst genommen
+ moderner Swimming-Pool, der kaum von jemanden genutzt wird
+ engagiertes Personal
– am Wochenende trudeln die ganze Dauercamper ein
– wenig Privatsphäre da wenig „Abschirmung“ zwischen den Parzellen

Camping Playa de Mazzarón | Bolnuevo (Spanien)
+ sympathischer Platz trotz Größe
+ Lage: direkt an der Standpromenade sowie an den Ortskern angebunden
+ Umgebung eignet sich für Wanderungen (z. B. Sierra de las Moreras)
+ freundliches Personal
– die Spatzen, die einem die Zeit in der Hängematte nicht grade versüßen
– wenig Privatsphäre zwischen den Stellplätzen da dicht an dicht ohne Sichtschutz/Barirere

Camping Tau Albergue | San José (Spanien)
+ wunderbar kleiner Campingplatz
+ gute Infrastruktur und Plätze, die zum Verweilen einladen; Waschmaschine 3,50 €
+ Preis-/Leistungsverhältnis passt
+ Lage: ein kurzer Spaziergang vom Ortskern und Strand entfernt
+ Umgebung: Dirt Road, der sich super zum Laufen/Mountainbiken eignet
+ Ruhe Ruhe Ruhe
+ flächendeckendes Gratis-WiFi (wohoo, da sprint das Digitalnomadenherz vor Freude!)

Anmerkung: Bei der Recherche auf Google kam der Campingplatz nicht so gut weg und wirkte auf den Bildern schäbig. Aber ich muss sagen, ich mag es hier. Es sind nur zehn Stellplätze belegt, es ist ruhig und sauber. Habe mich daher entschieden, eine Nacht länger in San José zu bleiben.

Camping Rural Iznate | Iznate (Spanien)
+ kleiner Campingplatz inmitten der Hügellandschaft
+ Stellplätze sind großzügig angelegt
+ flächendeckendes Gratis-WiFi – vermutlich das Beste bisher
+ gesamt nur vier Camper = Ruhe Ruhe Ruhe
– kein Wasser zum Duschen am Morgen, obwohl die Sanitäranlagen einen guten Eindruck machen
+/- sehr abgelegen; Wasser und Co kann aber am Campingplatz direkt gekauft werden